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Die Exotis-Schweiz und die Vogelzucht in der Schweiz
Die Exotis-Schweiz vereint alle Vogelhalter, -freunde und –züchter
des kleinen mitteleuropäischen Landes, pflegt viele Kontakte
über die Landesgrenzen hinaus, gibt die Verbandszeitschrift
„Gefiederter Freund“ heraus, kümmert sich um
den Papageienschutz und befürwortet die Auffangstation für
Papageien und Sittiche APS.
Geschichte Die Vogelhaltung wurde im 20. Jahrhundert auch in der
Schweiz immer populärer. Da lag es auf der Hand, dass sich
am 15. April 1951 einige Vogelliebhaber in Rapperswil zusammenschlossen
und die Exotis gründeten. Es war eine Zeit, wo Artenschutzgedanken
noch nicht am Platz waren. Weite Teile der Regenwälder und
Savannen waren noch intakt und die Erdbevölkerung noch nicht
so vielzählig wie heute. Immer wieder kamen neue Importe,
entweder direkt, vielfach aber auch über das benachbarte
Ausland in die Schweiz. Herr Dr. Herbert Schifter aus Wien, der
sich eingehend mit Mausvögeln beschäftigte, bestellte
beispielsweise bestimmte Arten gar bei einem Schweizer Händler.
Die Tiere kamen in gutem Zustand in Wien an. Literatur zur Haltung
und Zucht war nur sehr spärlich vorhanden. Die Wissbegierde
der Leute war gross. Darum ist es wenig verwunderlich, dass sich
innerhalb kurzer Zeit viele Mitglieder zusammen fanden und sich
die Exotis in Sektionen, verteilt über das ganze Land aufteilte.
Bereits ein Jahr später wurde die erste Zentralleitung mit
Sepp Maier als Präsidenten gewählt. Sieben verschiedene
Präsidenten amteten nach ihm. Walter Mägerli ist der
achte Zentralpräsident der Exotis Schweiz und führt
die Zentralleitung und die Geschäfte der Exotis kompetent,
engagiert und umsichtig. Die Exotis verzichtete seit jeher auf
Prämierungen der Vögel, wollte aber schöne artenreiche
Vogelausstellungen schaffen mit grossen, dekorierten Gehegen.
Bis heute ist sie diesem Grundsatz treu geblieben und hat zahlreichen
Menschen einen tiefen Einblick in die Liebhaberei der Vogelhaltung
und -zucht gewährt. Es fällt auf, dass in den Gründungsjahren
besonders australische Grosssittiche, Prachtfinken und einige
Weichfresser, darunter auch einheimische, gepflegt wurden. Wenn
Papageien gehalten wurden, dann oft Einzelexemplare. Viele Arten,
besonders auch aus Süd- und Mittelamerika, waren in der Haltung
noch unbekannt. Bei der Durchsicht alter Jahrgänge der Verbandszeitschrift
erhält man einen guten, repräsentativen Einblick in
das Artenspektrum mit dem sich die Liebhaber besonders beschäftigten.
Kontakt: Exotis-Schweiz, Walter Mägerli,
Zentralpräsident,
Schmittenackerstrasse 19, 4448 Läufelfingen,
Schweiz, Tel. 0041 (0) 62 299 18 70,
walter.maegerli@bluewin.ch |
Verbandszeitschrift „Gefiederter Freund“ GF
Im Jahre 1954 wurde die Verbandszeitschrift „Gefiederter
Freund“ ins Leben gerufen, die sich von Anbeginn an sehen
lassen konnte und seit jeher bis heute auch im Ausland bezogen
und ernst genommen wird. Die Zeitschrift hat immer eine grosse
Vielfalt von praxisbezogenen Berichten von Schweizer Mitgliedern
aber auch von ausgewiesenen ausländischen Autoren publiziert
und trägt so zur Weiterbildung der Vogelliebhaber viel bei.
Lange Zeit erschien der GF immer schwarzweiss und im Format A5.
Im Jahre 1997 beschloss die Delegiertenversammlung, das Heft noch
achtmal jährlich aber dafür im Format A4 und hauptsächlich
farbig herauszugeben. Diese Umstellung war sicher ein richtiger
Schritt. Dass die Zeitschrift auch im
Ausland wahrgenommen wird, wirkt sich auch dahingehend aus, dass
namhafte ausländische Autoren ihre Artikel der GF-Schriftleitung
anbieten. Erstmals wird der „Gefiederter Freund“ auch
jedem Teilnehmer des Papageienkongresses 2006 ausgehändigt.
Kontakt: Schriftleitung „Gefiederter
Freund“ Exotis Schweiz,
Markus Lüscher, Ausserdorf 360, 5705 Hallwil, Schweiz,
Tel. 0041 (0) 62 777 42 58,
markus.exotis@bluewin.ch
oder Lars Lepperhoff, Lutschenstrasse 15, 3063 Ittigen, Schweiz,
Tel. 0041 (0) 31 922 39 02,
lars.lepperhoff@free.mhs.ch |
Arbeitsgemeinschaften organisieren Tagungen
Durch die Schaffung der Arbeitsgemeinschaften für Prachtfinken-,
Körner- und Weichfresserzüchter APK und für Sittich-
und Papageienzüchter ASP wurden wichtige Gemeinschaften innerhalb
der Exotis gegründet, die Fachtagungen organisieren und spezifisches
Wissen vermitteln. Die Obmänner sind auch Auskunftsstellen
punkto Haltungsfragen und pflegen den Kontakt und Erfahrungsaustausch
unter Züchtern und Liebhabern.
Kontakt: Exotis Schweiz Arbeitsgemeinschaft
für Papageien APS,
Lars Lepperhoff, Lutschenstrasse 15, 3063 Ittigen, Schweiz
Tel. 0041 (0) 31 922 39 02,
lars.lepperhoff@free.mhs.ch; |
Interessengemeinschaften
In den letzten Jahren wurden etliche Arten aufgrund der Lebensraumzerstörung
in ihren Ursprungsländern immer seltener. Da wird die Zucht
immer bedeutender. Darum hat die Exotis die Schaffung von Interessengemeinschaften
IG - konkret bisher für Agaporniden, Edelsittiche und Sperlingspapageien
- begrüsst. Die IG-Sprecher sind alles bekannte Exotis-Leute,
die auch Vorträge über ihre Spezialgebiete halten.
Kontakt: IG-Edelsittiche, Stefan Tschanz,
Insel, 3656 Aeschlen,
Schweiz,
Tel. 0041 (0) 33 251 11 43,
tschaenzu@bluewin.ch;
IG-Agaporniden, Schwergewicht Russ- und Erdbeerköpfchen,
Matthias Schiffmann, Glockentalstrasse 11, 3612 Steffisburg,
Schweiz,
Tel. 0041 (0) 79 234 24 86,
nemuro@bluewin.ch |
Weiterbildungsreise in den Loro Parque
Erstmals hat die Arbeitsgemeinschaft für Sittich- und Papageienzüchter
der Exotis im Jahre 2005 eine Weiterbildungsreise in den Loro
Parque organisiert. Die Exotis hat zum Loro Parque immer gute
Kontakte gepflegt. So werden in jeder Ausgabe des GF die Loro
Parque-Nachrichten des Kurators Matthias Reinschmidt veröffentlicht.
Von der Weiterbildungswoche waren alle sehr begeistert. Auch an
den Papageienkongress ist die Exotis wieder mit einer ganzen Gruppe
geflogen.
Fussringe und Bestandesliste
Seit vielen Jahren gibt die Exotis auch geschlossene Fussringe
in verschiedensten Grössen heraus. Es ist immer wichtiger
geworden, die nachgezüchteten Vögel zu beringen. Die
geschlossene Beringung ist ein Zuchtnachweis. Dank den Ringen
mit ihren individuellen Nummern ist es dem Züchter auch möglich,
neue nicht miteinander verwandte Individuen zusammen zu stellen.
Die Endoskopieringe werden gar weltweit von der Exotis vertrieben.
Allseits beliebt und begehrt – viele im Ausland sagen auch
einzigartig - ist auch die Bestandesliste der Exotis. Rund 400
Züchter sind mit Adresse, Telefonnummer und ihrem kompletten
Bestand aufgeführt. Dabei geht das Geschlechterverhältnis
der gehaltenen Vögel daraus hervor, die Anzahl unverpaarter
Einzeltiere sowie die Anzahl nachgezüchteter Jungvögel.
Gerade auch anhand der Bestandesliste ist ersichtlich, wie ernst
es der Exotis mit der seriösen Zucht ist, denn sie ermöglicht
es Züchtern, in Kontakt mit anderen zu treten, welche die
gleiche Art pflegen. Die Erarbeitung und Herstellung der Bestandesliste
ist eine aufwändige Arbeit, die von der Exotis-Zentralleitung
gerne zugunsten der sinnvollen Vogelzucht erbracht wird.
Kontakt: Material-/Ringwart Exotis Schweiz,
Emil Meier,
Bhofstrasse 33, 8332 Russikon, Schweiz,
Tel./Fax. 0041 (0) 44 954 08 02,
emilmeier39@bluewin.ch |
Fortschritte in der Vogelhaltung
Waren Vogelliebhaber zu Beginn ganz klar auf Importe
angewiesen, hat sich heute das Blatt in weiten Teilen gewendet.
Im Laufe der Jahre sammelte sich ein immer grösseres Fachwissen
an. Daraus resultierten immer mehr Zuchterfolge. Ein Ansporn sind
auch die Erstzuchtauszeichnungen der Exotis, die denjenigen verliehen
werden, die eine Art erstmals in der Schweiz züchten und
darüber in Wort und Bild in der Verbandszeitschrift „Gefiederter
Freund“ berichten. Die Vogelzüchter sind stolz darauf,
dass die meisten Arten heute gezüchtet werden, so dass Importe
unnötig geworden sind. Besonders bei Sittichen und Papageien
sind Importe nicht mehr nötig und werden heute von der Exotis
auch abgelehnt. Es gibt in unserem Land ausreichend Nachzuchten.
Die Zuchterfolge sind ganz klar ein Beweis für die jahrzehntelange,
seriöse züchterische Arbeit, die international, aber
eben auch in der kleinen Schweiz geleistet wurde. An diesen Erfolgen
haben die Exotis und ihre Mitglieder einen wesentlichen Anteil.
Das meiste, was wir heute über Papageien und Sittiche wissen,
stammt von Beobachtungen und Erkenntnissen von Tieren unter Menschenobhut.
Die Haltung und Zucht von Vögeln unter menschlicher Obhut
ist bedeutend, zumal die Zoologischen Gärten ihre Bestände
in den letzten Jahren leider massiv reduziert haben. Bei der Beschäftigung
mit Tieren hat man niemals ausgelernt. Darum spornt die Exotis
ihre Mitglieder in der Haltung und Zucht von Vögeln weiter
an und bietet mit der Zeitschrift eine ausgezeichnete Plattform
zum regelmässigen Erfahrungsaustausch.
Auffangstation für Papageien und Sittiche APS
Wie so oft hat auch Vogelzucht ihre negativen Seiten. Durch die
vermehrte Zucht von Papageien gelangten auch immer mehr dieser
Vögel in Privathand. Zu bedenken gilt aber auch, dass jeder
mit seinen Tieren in die Situation gelangen kann, die ihm eine
weitere Haltung verunmöglicht. Die Gründe können
vielfältig sein. Daraus muss nicht gleich ein Drama werden.
Bis vor kurzem war es aber schwierig, die Vögel sinnvoll
abzugeben, so dass sie auch nachher einen guten, lebenslangen
Platz in einer geräumigen Voliere haben. Während für
Hunde und Katzen schon lange Heime bestanden, gab es für
Vögel in der Schweiz nichts. Dem schafften Rolf Wenger und
Christine Zehnder im Jahre 2003 mit der Gründung der APS
Abhilfe. In kurzer Zeit bildeten sie einen initiativen Vorstand
und betreiben in Matzingen, in der Ostschweiz, eine Auffangstation
für Papageien und Sittiche. An der Generalversammlung Anfang
2006 wurde gar beschlossen, die Station zu erweitern. Die APS
ist ein Verein mit mittlerweile zahlreichen Mitgliedern. Die Exotis
Schweiz hat die APS immer ideell unterstützt. Sie ist mit
der APS der Meinung, dass Züchter von Papageien ihre Käufer
seriös beraten müssen und auch auf die Schwierigkeiten
bei der Papageienhaltung hinweisen. Ein Paar Taubenhalsamazonen
in einen Käfig von 1 x
0,50 x 2 Meter (L x B x H) in eine Mietwohnung zu verkaufen, ist
beispielsweise nicht zu verantworten. Es gilt unbedingt, die Zahl
von Abgabevögeln zu reduzieren. Auffallend viele Kakadus
und Graupapageien befinden sich in der APS. Einem einzelnen Kakadu
oder Graupapagei in der Wohnung kann kaum jemand während
50 Jahren gerecht werden. Darum empfehlen die APS und die Exotis
eine Haltung zu Zweit in einer geräumigen Zimmervoliere mit
den Mindestmassen von 2 x 1,80 Meter x Zimmerhöhe. Tiere,
die in die APS gelangen, werden nicht mehr wieder abgegeben. Es
wird nicht mit ihnen gezüchtet, denn man will den Züchtern
nicht Konkurrenz schaffen. Seltene Arten werden mit Vertrag an
Züchter oder Parks zu Zuchtzwecken abgegeben. Die APS finanziert
sich durch Mitgliederbeiträge, Spenden und besonders auch
durch Patenschaften, die für die einzelnen Vögel abgeschlossen
werden können. Eine Patenschaft für einen Sittich oder
Kleinpapagei kostet Fr. 100.--, für einen Grosspapagei Fr.
200.--.
Kontakt: APS, Auffangstation für Papageien
und Sittiche,
Frauenfeldstrasse 95, 9548 Matzingen, Schweiz,
Tel. 052 376 45 45,
info@auffangstation.ch
Mitgliedschaftsbeitrag: Fr. 50.--, PC 87-226113-9 |
Artenschutz
Bei zunehmender Lebensraumzerstörung und dem steten Bevölkerungswachstum
sind leider viele Vogelarten in ihren Beständen bedroht.
Da kommt der Zucht unter menschlicher Obhut eine grosse Bedeutung
zu. Es ist wichtig, dass unter Menschenobhut die meisten Arten
langfristig durch eine seriöse Zucht erhalten werden. Dabei
verschliesst die Exotis ihre Augen vor der Realität auch
nicht. Vogelzüchter sollen sich auch um die Bestände
wild lebender Arten kümmern.
Papageienschutz allgemein
Der Exotis ist der Schutz der Vogelarten allgemein ein grosses
Anliegen. Wird beispielsweise ein Regenwaldgebiet wegen einer
Araart unter Schutz gestellt, werden zahlreiche andere Tier- und
Pflanzenarten, eben auch Weichfresser, mit geschützt. Oft
ist eine spektakuläre, farbige Papageienart lediglich eine
sogenannte Schirmspezies. Die Exotis begrüsst den Artenschutz
und akzeptiert alle Organisationen, die sich um den Schutz bedrohter
Arten bemühen wie beispielsweise auch den Fonds für
bedrohte Papageien, die Loro Parque Fundation, der WWF oder der
Schweizer Vogelschutz SVS. Vielfach bietet die Exotis in ihrer
Verbandszeitschrift diesen Organisationen durch Veröffentlichungen
von Berichten oder Mitteilungen eine Plattform.
Die Exotis in Zukunft
Die Exotis findet es wichtig, dass alle Vogelhalter in unterschiedlichen
Verbänden gemeinsam zusammen arbeiten und ein positives Bild
der Vogelhaltung der Öffentlichkeit gegenüber vermitteln.
Es wird immer wichtiger, dass wir für die Vogelhaltung und
–zucht einstehen und sie seriös vertreten. Trotzdem
bleibt die Exotis ihren Grundsätzen aber treu und wird weiterhin
nur Ausstellungen ohne Bewertung durchführen. Sie setzt sich
für eine artgerechte Vogelhaltung ein, wirbt aber auch dafür,
dass jeder diese Liebhaberei betreiben kann. Wichtig ist, dass
die Arten den Möglichkeiten angepasst werden. In einer Mietswohnung
kann man sich problemlos der Haltung und Zucht von Prachtfinken,
Sperlingspapageien, Agaporniden oder gar der Haltung von Langflügelpapageien
widmen. Der Exotis ist ein Halter von Nymphensittichen und Rosellas
genauso wichtig wie einer, der Hyazintharas und Banks-Rabenkakadus
pflegt. Wichtig ist, wie man sich mit den
Tieren beschäftigt, wie man sie beobachtet und pflegt und
nicht wie selten oder teuer eine Art ist. Der Exotis ist das Geschöpf
schlechthin ein Anliegen, das es verdient, mit Respekt und Würde
behandelt zu werden. Jedes Mitglied soll sich den Satz Albert
Schweitzers „Ehrfurcht vor dem Leben“ immer wieder
vor Augen halten. Die Exotis will weiterhin die Zeitschrift „Gefiederter
Freund“ heraus geben, die beiden Arbeitsgemeinschaften unterhalten,
Ringe vertreiben, Fachtagungen und Reisen organisieren und die
Bestandesliste veröffentlichen. Sie will eine kompetente
Vereinigung und Anlaufstelle für alles, was die Haltung,
Zucht und das Freileben von Vögeln betrifft sein. Das alles
ist nur möglich, wenn alle Mitglieder am gleichen Strick
ziehen und sich alle redlich um diese Belange bemühen. Wenn
Sie das alles überzeugt hat und Sie noch nicht Mitglied der
Exotis sind, dann ist es jetzt höchste Zeit! Beachten Sie
bitte auch das Einlageblatt.
Kontakt: Mitgliedschaften Exotis Schweiz,
Hugo Götti,
Rebenstrasse 52, 9320 Arbon, Schweiz,
Tel.0041 (0) 71 446 01 02, Fax.0041 (0) 71 245 77 93,
admin@exotis.ch
Mitgliedschaftsbeitrag pro Jahr inklusive „Gefiederter
Freund“:
Schweiz Fr. 73.--, Ausland: Fr. 83.--, Konten: Postcheque:
30-22091-4
oder Bank: Credit Suisse, CH-3001 Bern, Konto 99075-90,
Clearing: 4094 |
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