EXOTIS Schweiz
Züchtergemeinschaft für Papageien
Obmann
Lars Lepperhoff, Lutschenstrasse 15, 3063 Ittigen
Sinn und Zweck
Die Papageienzüchtergemeinschaft vereint alle Liebhaber,
Halter und Züchter von Papageien. Sie arbeitet eng mit den
anderen EXOTIS-Züchtergemeinschaften zusammen und veranstaltet
Fachtagungen, Vortragsreihen und Diskussionsrunden für Papageienhalter.
Die Papageienzüchtergemeinschaft fördert die artenreine
und möglichst unterartenreine Zucht von Papageien. Sie bemüht
sich, Arten unter Menschenobhut durch eine verantwortungsvolle
Zucht zu erhalten. Der Papageienzüchtergemeinschaft ist es
wichtig, die Freude und die Achtung an den Tieren weiterzugeben.
Papageien sind beseelte Wesen, die individuell reagieren. Jeder
Vogel ist anders. Papageien haben ein Anrecht auf lebenslange
Pflege, auch wenn sie äusserlich vielleicht nicht mehr einem
Schönheitsideal entsprechen (das tun wir oft auch nicht)
und Gefiederschäden aufweisen. Papageienreagieren auf Ansprache.
Es sind Wildtiere, keine Streicheltiere. Sie sind äusserst
anspruchsvoll in der Haltung. Die Papageienzüchtergemeinschaft
fördert und begrüsst die intensive Beobachtung der Tiere
in unseren Volieren und im Freiland. Daraus resultieren Fachberichte
in der Zeitschrift „Gefiederter Freund“.
Wer ist in der Papageienzüchtergemeinschaft willkommen?
- Alle, die sich für Papageien interessieren und sich
an diesen Tieren erfreuen
(es ist überhaupt keine Bedingung,
dass man Papageienhalter ist)
- Papageienliebhaber
- Halter von Papageien im Wohnbereich
- Halter und Züchter von Papageien
- Interessierte an Papageien in Freiheit
- Interessierte an Papageientraining
Die Papageienzüchtergemeinschaft ist für alle offen.
Jeder hat einen anderen Zugang zu Papageien. Züchter können
von Papageientrainern lernen, Papageientrainer von Freilandbeobachter
und umgekehrt. Es ist wichtig, dass das die Errungenschaften und
das Wissen der alten Züchter nicht in Vergessenheit gerät.
Gute Haltung in Innen- und Aussenvolieren
Die Papageienzüchtergemeinschaft propagiert die Haltung von
Papageien in grosszügigen Volieren. Es ist optimal, wenn
Papageien in kombinierten Innen- und Aussenvolieren gehalten werden
können. Es ist allerdings wichtig, dass der Lebensraum von
Papageien in Menschenobhut stetig bereichert wird mit frischen,
belaubten Ästen, mit Seilen, Tannenzapfen, auf Ketten aufgereihte
Holzstücke und eventuell sogar mit gewissen Pflanzen, die
in den Volieren gedeihen.
Freude an Papageien im Wohnbereich
Lange nicht allen Liebhabern ist die Haltung in Innen- und Aussenvolieren
möglich. Nichtsdestotrotz muss die Papageienhaltung einem
Bewohner einer Mietwohnung aber nicht verwehrt bleiben. Es besteht
die Möglichkeit, von Volierenbauern Zimmervolieren errichten
zu lassen. In der Fachzeitschrift „Gefiederter Freund“
finden Sie Inserate von Volierenbauern. Die Grösse der Papageien
muss natürlich den Wohnverhältnissen angepasst werden.
Somit ist es gut vertretbar, im Wohnbereich in einer Zimmervoliere
von 1,5 x 1 Meter x Zimmerhöhe ein Pärchen Russköpfchen
(Agapornis nigrigenis) oder Sperlingspapageien zu halten. Diese
Arten haben nicht sehr laute Stimmen. Natürlich eignen sich
auch zahlreiche Grassittiche hervorragend zur Haltung im Wohnbereich.
Gerade die Haltung von Vögeln im Wohnbereich kann ausserordentlich
befriedigend sein, denn die Tiere sind stets da, wo man selber
auch lebt. Die Möglichkeit der intensiven Beobachtung ist
ausserordentlich reizvoll. Die Haltung von Papageien im Wohnbereich
kann durch zusätzliche künstliche Beleuchtung bereichert
werden wie Lampen, die UV-Lichtanteil abgeben, durch Pflanzen
oder Zugänge auf Balkonvolieren.
Wissen und Literatur
Es ist unerlässlich, vor der Anschaffung von Papageien mit
anderen Haltern und Züchtern zu diskutieren und Fachliteratur
zu studieren. Wenden Sie sich an den jeweiligen Obmann. Er kann
Ihnen entsprechende Fachliteratur empfehlen. Selbstverständlich
ist das Lesen der Zeitschrift „Gefiederter Freund“
ein Muss für an Papageien interessierte. Der Obmann der Papageienzüchtergemeinschaft
hat beispielsweise, nebst zahlreichen Fachbeiträgen in verschiedenen
in- und ausländischen Fachzeitschriften folgende zwei lieferbaren
Fachbücher verfasst:
2001: - „Die Kulturgeschichte des Mohrenkopfpapageis“,
S. 11 - 12 - „Mohrenkopfpapageien
haben eine schwierige Psyche“ S 45 - 63, (10 Fotos) Beiträge
in „Unser Mohrenkopfpapagei“ von Rudolf K. Wagner,
Verlag Michael
Biedenbänder, Dietzenbach
2004: „Aras Freileben – Verhalten – Pflege
– Arten“ 226 Seiten, gebunden,
über
100 Farbfotos, Illustrationen, Verbreitungskarten und Tabellen.
Verlag Eugen
Ulmer, Stuttgart, ISBN 3-8001-3821-2.
2007: „Graupapageien“ 128 Seiten, 93 Farbfotos,
15 Zeichnungen und Karten,
fester Einband,
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, ISBN 978-3-8001-5175-2.
Reisen und Tagungen
Die Papageienzüchtergemeinschaft hat bereits eine Weiterbildungsreise
in den Loro Parque nach Teneriffa organisiert sowie gemeinsame
Reisen an die alle vier Jahre stattfindenden Welt-Papageien-Kongresse.
Zahlreiche Tagungen in der Schweiz mit Themen rund um Papageien
wurden von der Papageienzüchtergemeinschaft organisiert.
Die Papageienzüchtergemeinschaft informiert in der Zeitschrift
„Gefiederter Freund“ laufend über interessante
und lehrreiche Fachtagungen im benachbarten Ausland.
Motto
Es kommt nicht darauf an, ob man seltene oder viele Papageien
hält. Es kommt darauf an, wie man sie hält und respektiert
und wie man mit ihnen umgeht. Die Freude und Begeisterung für
die Kreatur zählt. Daraus wachst ein stetes Interesse
und Wissen. Die umfassende Beschäftigung mit Papageien führt
in unzählige Gebiete und ermöglicht faszinierende Kontakte.
Einige Gebiete, die von einer umfassenden Beschäftigung mit
Papageien berührt werden:
- Kulturgeschichte
- Geografie
- Botanik
- Literatur
- Handwerkliche Fertigkeiten
- Freilandbiologie
- Verhaltensstudium
- Gesundheit
- Technische Belange
- Reisen
- Zoos/Vogelparks
- Systematik (Museen)
Mitarbeit
Die Papageienzüchtergemeinschaft lebt von ihren Mitgliedern.
Als gemeinsame Plattform dient die Verbandszeitschrift „Gefiederter
Freund“. Innerhalb der Gemeinschaft gibt es Kapazitäten,
die sich mit besonderen Arten beschäftigen wie beispielsweise
den Russköpfchen und Erdbeerköpfchen. Alle sind gefordert
und aufgerufen, von ihren Erfahrungen in Wort und Bild zu berichten.
APS
Die Papageienzüchtergemeinschaft begrüsst die Initiative
der Auffangstation für Papageien und Sittiche APS in Matzingen.
Sie will Halter und Züchter dahingehend informieren, dass
Papageien und Sittiche nicht mehr in der APS landen. Es muss verantwortungsvoll
gezüchtet werden. Nachzuchten müssen sinnvoll abgegeben
werden können. Der Käufer muss ausreichend informiert
werden. Der Präsident sowie der Obmann der Papageienzüchtergemeinschaft
der EXOTIS Schweiz sind beide Mitglieder in der APS und stehen
in steten Kontakt mit den APS-Verantwortlichen.